Vor einigen Tagen ist Google+ gestartet und befindet sich derzeit in einer geschlossenen Testphase. Ehrlich gesagt, hab ich lange keine derart große Euphorie im Bezug auf eine neue Onlineplattform erlebt, weshalb ich einige Dinge kurz zusammen fassen möchte.
Es gab öfters Spekulationen, wann Google ein eigenes soziales Netzwerk veröffentlicht oder zumindest die vielen Angebote wie Email, Picasa oder Reader zusammen fasst. Von Google Central war da die Rede, Google Wave wurde ein Flop und mit Google Buzz konnten sich auch nur wenige anfreunden. Zumindest das Google Profil blieb erhalten und ist jetzt ein wichtiger Teil von Google+. Mein Profil dient schon längere Zeit als persönliche Visitenkarte und so brauchte ich es gar nicht erst neu anlegen. Meine Domain “www.joerg-stephan.com” leitet bereits dahin.Unter dem Profilbild sind die Kontakte aufgelistet, welche sich in Circles (Kreisen) befinden. Zu Beginn gibt es die Kreise Freunde, Familie, Bekannte und einen Kreis für Leute, denen man ähnlich wie bei Twitter nur folgen möchte. Natürlich ist es möglich, weitere Kreise hinzuzufügen oder die bestehenden zu löschen. Unter “Posts (Beiträge)” sind die eigenen Statusmeldungen zu sehen, sofern ich sie öffentlich sichtbar mache. Der Menüpunkt “About (Über mich)” erklärt sich von selbst und auch hier kann wieder jeder selbst entscheiden, wer welche Informationen sehen darf. Die Picasa Webalben sind mit der Registerkarte “Fotos” verknüpft und ich könnte mir vorstellen, dass gleiches in Zukunft mit “YouTube” und dem Link “Videos” passiert. Es würde jedenfalls wenig Sinn machen, wenn ich meine Videos an einer weiteren Stelle hochlade. +1 ist mit dem gleichnamigen Knopf verknüpft, den ihr auch hier im Blog findet. Ob +1 später in die Beiträge integriert wird, bleibt abzuwarten. Gleiches gilt auch für “Buzz” wo im Moment Artikel erscheinen, die ich im Google Reader gut finde, Fotos die ich veröffentliche oder einige meiner Tweets. Unter “Links” können Profile auf anderen Webseiten eingetragen werden.
Aus Gründen der Privatsphäre verzichte ich auf Screenshots die meinen Nachrichtenverlauf und die Freundesliste zeigen. Einen kurzen Überblick erhaltet ihr in folgendem Video.
Weitere Videos findet ihr hier klicken.
Sobald ihr euch bei Google eingeloggt habt, seht ihr oben in der Menüleiste den eigenen Namen, der mit Google+ verknüpft ist, dann die üblichen Links, rechts die Anzahl neuer Nachrichten, wie zum Beispiel Kommentare auf einen Beitrag und daneben ein Feld zu schnellen Eingabe einer Statusmeldung.
Das Feld zur Eingabe der Statusmeldungen ist ähnlich dem von Facebook. Ihr könnt Text, Fotos, Links und den eigenen Standort veröffentlichen. Anschließend gebt ihr immer an, welche Ringe die Nachricht sehen können und dürft zusätzlich Email Adressen eintragen, sollte der Empfänger keinen Google+ Account haben. Leider ist es derzeit nur zeitweise möglich, weitere Personen einzuladen. Ich selbst habe daher erstmal alle Personen gesucht, denen ich bei Twitter folge oder deren Blogs ich lese. Schön finde ich, anderen einfach nur zu “folgen” um ihre öffentlichen Statusmeldungen zu lesen, ohne das sie mir folgen müssen.
Wie das mit den Kreisen funktioniert, seht ihr im Video.
Der Sinn von “Sparks” erschließt sich mir noch nicht so recht. Es können dort eigene Interessen eingetragen werden und anschließend erscheinen dazu passende Nachrichten. Im Prinzip wie Google News, nur optisch ansprechender. Gebe ich beispielsweise “Bautzen” ein, werden alle Nachrichten zum Thema “Bautzen” aufgelistet, die ich mit anderen teilen kann.
Mit “Hangouts” wurde ein Videochat integriert, den ich allerdings noch nicht ausprobiert habe. Ehrlich gesagt, stehe ich überhaupt nicht auf Dinge wie Webcam oder Videotelefonie. Schließlich müsste ich mich dann jedesmal einigermaßen ordentlich anziehen und rasieren
Was fasziniert mich an Google+?
Unter anderem, dass es eine Mischung aus Twitter und Facebook ist. Besonders die Möglichkeit anderen zu folgen und öffentliche Beiträge zu kommentieren, ohne mit den Personen befreundet sein zu müssen, gefällt mir sehr gut. Positiv überrascht, bin ich auch in welche Richtung sich Picasa entwickelt und überlege ernsthaft, mit meinen Fotos in Zukunft vom mittlerweile recht rückständigen Flickr zu Picasa umzuziehen. Vor allem, dass bei Flickr nur die wenigen registrierten Nutzer kommentieren können und noch immer eine veraltete Yahoo Karte für Geotags verwendet wird, finde ich nicht gerade optimal. Mit Flickr Edit würde der Umzug auch problemlos funktionieren, nur leider wären dann hier im Blog keine Bilder mehr zu sehen, da diese alle bei Flickr liegen. In sofern kann der Umzug nur über einen längeren Zeitraum stattfinden. Ich spiele ohnehin seit langem mit dem Gedanken, die Bilder für meine Artikel auf dem eigenen Server zu speichern, um in Zukunft unabhängiger zu sein. Anschließend verlinke ich lediglich auf die eigenen Galerien oder zu Seiten, von denen ich bei verschiedenen Fotoaufträgen akkreditiert werde. Picasa bietet freien Speicherplatz, solange die Seitenlänge der Bilder nicht mehr wie 2048 Pixel beträgt. Es dürfen maximal 10.000 Alben mit jeweils bis zu 1000 Fotos erstellt werden.
Mit “Takeout” erlaubt Google den Nuzern, alle eigenen Daten lokal zu speichern. Dazu gehören, Statusmeldungen, Fotos, das Profil und Informationen zum Freundeskreis.
Wie ich bei “www.gpluseins.de” gelesen habe, können Google+ Nutzer, ähnlich wie bei ICQ, Dateien über den Google Chat transferieren .. klicken.
Eine iPhone Anwendung liegt Apple bereits zur Prüfung vor. Bis diese freigeschaltet wird, kann Google+ über eine mobile Webseite aufgerufen werden.
Tipps zum formatieren der Statusmeldungen
@Nutzername oder +Nutzername = markieren einer Person
*text* = fett
_text_ = kursiv
-text- durchgestrichen
Welche weiteren Funktionen wünsche ich mir?
Profilseiten für Vereine, Unternehmen und Künstler sind von Google geplant. Ansonsten würden bestimmt viele Firmen die privaten Profile missbrauchen. Diese könnten mit dem Google Places Profil kombiniert werden.
Derzeit werden Statusmeldungen automatisch nach Aktivität sortiert, zum Beispiel wo als letztes kommentiert wurde. Eine Sortierfunktion nach Aktualität ist geplant.
Ich würde gerne Statusmeldungen nach Inhalten filtern, ähnlich wie es auch bei Twitter funktioniert. Eventuell kann dafür die Google Echtzeitsuche integriert werden und laut einigen Blogs scheint Google in dieser Richtung bereits tätig zu sein.
Es wäre sehr hilfreich, Kontakte aus Facebook und Twitter zu importieren. Klar kann man auch nach Namen suchen, aber bei vielen Leuten, denen ich bei Twitter folge, ist mir zum Beispiel nur der Benutzername bekannt.
Eine API Anbindung wird wohl kommen und damit zahlreiche Programme. Das Zynga, bekannt durch Farmville und Mafia Wars, in Zukunft bei Google+ auftaucht, wird sich nicht vermeiden lassen, da Google zu den Investoren von Zynga zählt.
Ich denke ihr habt einen kleinen Einblick erhalten. Über weitere interessante Dinge halte ich euch selbstverständlich auf dem Laufenden. Übrigens gibt es mit “www.gpluseins.de” bereits einen sehr informativen Blog zu Google+ und +1.







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