Archiv für den Monat: August 2015

Obdachlose fotografieren ihre Stadt

Cafe Art, eine in Großbritannien ansässige Initiative mit dem Ziel, Obdachlose zu unterstützen, sowie durch Kunst und Fotografie als Gemeinschaft zu stärken, übergab im Juli 100 Fujifilm Einwegkameras an Obdachlose in London. Deren Aufgabe war es, ihre Stadt und Szenen des Alltags zu fotografieren. Über 2500 Fotos entstanden auf diese Weise, von denen einige in einem Kalender für das Jahr 2016 abgedruckt werden. Der Erlös aus dem Verkauf der Kalender soll die Unkosten decken und für zukünftige Projekte von Cafe Art verwendet werden.

Eine schöne Idee, die sich bestimmt auch in anderen Regionen umsetzen lässt.

Diversity Festival in Radibor

Die Band „Roy de Roy“ zum Diversity Festival in Radibor.

Am Wochenende besuchte ich das Diversity Festival in Radibor. Wobei, eigentlich war ich schon eine Woche vorher am Veranstaltungsgelände, da ich mich im Datum irrte. Zeitlich wäre es in sofern besser gewesen, das ich dann mehr vom Nachmittagsprogramm mitbekommen hätte. Vergangenen Freitag daher ein neuer Anlauf.

Diver.. was? Viele werden gar nicht wissen, um was es beim Diversity Festival überhaupt geht und welche Organisation dort dahinter steckt. Ehrlich gesagt, ich wusste es bis vor ein paar Tagen auch nicht und hätte von dieser Veranstaltung ebenfalls nichts mitbekommen, wenn ich im Vorfeld nicht darauf hingewiesen worden und Abonnent der sorbischen Zeitung „Serbske Nowiny“ wäre. In den Veranstaltungskalendern deutschsprachiger Medien tauchte darüber nichts auf. Korrigiert mich bitte, sollte ich etwas übersehen haben. Selbst auf der Webseite von Radibor fand sich kein Hinweis. Bei meiner Recherche im Internet erfuhr ich, dass die „Jugend Europäischer Volksgruppen (JEV)“ hinter dem Diversity Festival steckt.

Auf ihrer Facebookseite findet sich folgende Erklärung:

Die JEV ist ein Netzwerk der Jugendorganisationen der europäischen Minderheiten. Die 40 Mitgliedsorganisationen repräsentieren die sprachlichen, kulturellen und nationalen Minderheiten Europas. Sie verbindet die Leitidee eines Europa der Vielfalt und der Mehrsprachigkeit, das von den Minderheiten geprägt wird.

Die JEV setzt sich ein für die Erhaltung, Entwicklung und Bekanntmachung der Kultur, Sprache und Rechte der Minderheiten in Europa.

Im Mittelpunkt des Engagements stehen die Jugendlichen und der Nachwuchs der europäischen Minderheiten. Gemeinsam streben sie den Bau eines dynamischen und lebendigen Netzwerkes von Jugendorganisationen aller Minderheiten in einem multikulturellen und vielsprachigen Europa an.

Ziele, die heute wahrscheinlich aktueller denn je sind. Insofern finde ich es schade, dass der JEV bisher kaum in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Wie ebenfalls auf der genannten Seite bei Facebook zu lesen ist, waren Jugendliche aus verschiedenen Ländern in Bautzen zu Gast, trafen sich mit Personen aus Politik und Bildung, lernten die Stadt Bautzen kennen, unternahmen eine Exkursion zum Braunkohletagebau, berichteten über ihre Arbeit am Infostand auf dem Kornmarkt in Bautzen, bastelten an dem Programm für das Wochenende und tauschten sich natürlich auch untereinander aus.

Der Freitagabend in Radibor startete mit traditionellen sorbischen Liedern. Sensationell muss ich sagen. Während bei vielen Veranstaltungen oft zu erleben ist, dass das Publikum wartet, bis es etwas geboten bekommt, war es hier genau anders herum. Viele konnte die Texte mitsingen, andere klatschten zumindest im Takt der Rhythmen.

Sorbische Lieder zum Diversity Festival in Radibor.
Sorbische Lieder zum Diversity Festival in Radibor.

Im Anschluss zeigte DJ Madstep sein Können am Saxophon. Für mich persönlich eine ganz neue Erfahrung, dass sogar mit diesem Instrument bekannte Lieder aus den Charts nachgespielt, sowie elektronische Musik schwungvoll begleitet werden kann. Die Stimmung im Festzelt war zwar nach wie vor sehr gut, doch noch ein paar mehr Gäste in Feierlaune hätte ich nicht nur ihm gewünscht.

DJ Madstep zum Diversity Festival in Radibor.
DJ Madstep zum Diversity Festival in Radibor.

Samstag gab es Einblicke in die Arbeit des JEV zu erleben, ehe zur Musik von Dr. Taste das Tanzbein geschwungen werden konnte. Die danach folgende Band „Roy de Roy“ kannte ich bisher ebenfalls nicht. Manch einer hatte schon vorher bei YouTube geschaut und wußte somit, was uns erwarten würde. Unterschiedliche Musikstile, wie Folk, Punk und Ska, gespielt mit Gitarren, einer Trompete, dem Akkordeon, Schlagzeug und Bass, ließen den Boden in Radibor beben. „Roy de Roy“ sang meist in slowenischer Sprache zu Themen der Gesellschaft, über Nationalismus und Ereignissen, welche unter anderem die Menschen im ehemaligen Jugoslawien bewegen. Meinetwegen hätten sie noch stundenlang weitermachen können. Zum Ausklang des Abends, oder je nachdem wie man es sieht, legte DJ Majemi die heißesten Scheiben des Sommers auf. Fazit, Milan spielt nicht nur gut Volleyball, sondern ist auch als DJ zu empfehlen.

Die Band "Roy de Roy" zum Diversity Festival in Radibor.
Die Band „Roy de Roy“ zum Diversity Festival in Radibor.
Die Band "Roy de Roy" zum Diversity Festival in Radibor.
Die Band „Roy de Roy“ zum Diversity Festival in Radibor.
Die Band "Roy de Roy" zum Diversity Festival in Radibor.
Die Band „Roy de Roy“ zum Diversity Festival in Radibor.

Sonntag stand laut Programm der Frühschoppen sowie ein Kinder- & Gemeindefest an.

In mir ist am Wochenende der Wunsch gereift, dass dieses Festival einmal jährlich oder zumindest alle zwei Jahre stattfinden sollte. Beispielsweise abwechselnd mit dem Folklorefestival. Radibor als Veranstaltungsort scheint ideal. Vor allem weil die Mitorganisation durch den örtlichen Jugendverein nicht besser hätte sein können, zum anderen finde ich, dass in Radibor bisher viel zu selten gefeiert wurde ..

.. oder ich hatte es nicht mitbekommen.

Malmö

In Malmö gibt es außer Fußball nicht viel zu sehen, war meine Meinung vor Reiseantritt. So plante ich bereits den Besuch zahlreicher Sehenswürdigkeiten im benachbarten Kopenhagen, denn dank der Öresundbrücke, ist die dänische Hauptstadt innerhalb von 35 Minuten per Bahn erreichbar. Wie so oft sollte sich mein Vorurteil in Luft auflösen. Warum ich überhaupt nach Malmö gefahren bin, hatte mit dem Besuch eines Spiels des schwedischen Fußballrekordmeisters Malmö FF zu tun. Außerdem wollte ich unbedingt in das nicht weit entfernte Ystad, wo Kurt Wallander, einer meiner liebsten Fernsehkommissare ermittelte. Inzwischen genießt Kurt seinen verdienten Ruhestand, die einzelnen Schauplätze aus den Krimis können aber dennoch dank einer eigenes dafür erstellten Mobiltelefonanwendung sowie Karte, welche in der Touristinformation erhältlich ist, besucht werden.

Malmö ist eine vielseitige Stadt im Wandel. Abseits der historischen belebten Altstadt, die auf einem Kanal mit Paddelbooten umrundet werden kann, werden ehemalige Hafenanlagen abgerissen und zu modernen Wohngebieten umgestaltet. Das neue Wahrzeichen von Malmö, der Turning Torso, ist bereits von weitem sichtbar und steht stellvertretend für den Wandel der Stadt. Leider kann der Wolkenkratzer nicht von innen besichtigt werden. Zahlreiche Grünanlagen mit interessanten Skulpturen, Veranstaltungen, die unmittelbare Lage am Meer und der kurze Weg nach Kopenhagen, machen Malmö zu einer attraktiven Stadt.

Für einen ausführlichen Spaziergang durch die dänische Hauptstadt blieb letztendlich kaum noch Zeit. Dies werde ich zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

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Auf den Spuren der Olsenbande

Wer kennt sie nicht, die Olsenbande. Unzählige Male liefen die vierzehn Filme bereits im Fernsehen, die Titelmusik ein Ohrwurm und viele Dialoge sowie Ausdrücke legendär. Am Anfang kommt Egon jedesmal aus dem Gefängnis frei. Dort wird er meistens von Benny und Kjeld erwartet, manchmal ist auch Börge dabei. Dieses Gefängnis in der Realität zu sehen, hatte ich mir schon seit vielen Jahren gewünscht. Ein spannender Augenblick, als ich um die Ecke bog und vor dem berühmten Eingangsportal stand. Die Realität war in diesem Moment ausgeblendet. Ich sah das schwarze Auto der Olsenbande, sowie Benny und Kjeld, die mit dem dänischen Fähnchen wedelten, während sich das Tor öffnete und Egon heraus marschierte. Ehrlich gesagt, ohne die Liste aller Drehorte auf der Webseite vom Olsenbandenfanclub hätte ich das Gefängnis nicht gefunden. Dort schoss mir auch die Aktion zur Rettung des gelben Stellwerks ins Auge. Ihr erinnert euch bestimmt. Börge musste sich als Lehrling bei der dänischen Staatsbahn ausgeben und verrichtete seinen Dienst in genau diesem Stellwerk, von wo er ein Signal umstellen sollte. Der Plan drohte zu scheitern, da Egon den Fahrplanwechsel nicht beachtet hatte. Um das Stellwerk zu erhalten, sind nach wie vor Spendengelder nötig. Auch beim Fotografieren an den Bahngleisen, in der Carlsberg Brauerei, vor Hallandsens Firma und am königlichen Theater, begegnete mir die Olsenbande in Gedanken. Allen voran Egon mit seiner Zigarre, Benny rieb sich jedesmal aufgeregt die Hände „Mächtig gewaltig Egon!“ und Kjeld schien wie immer nervös „Was wohl Yvonne dazu sagen wird?“. Bereits in Kopenhagen stand fest, ich will unbedingt noch einmal hin und weitere Drehorte in Dänemark besichtigen.

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Ystad

Krimi-Freunden wird Ystad zumindest vom Fernsehen bekannt sein. Hier ermittelte Kommissar Kurt Wallander, eine fiktive Figur aus den Romanen des schwedischen Schriftstellers Henning Mankell. Tatsächlich fühlte ich mich beim Anblick einiger Gebäude sofort in verschiedene Szenen versetzt. Zum Beispiel liegt der Hafen, in dem die Fähre im Fall „Mord im Herbst“ aus Polen ankommt, direkt gegenüber des Bahnhofs. Ebenfalls nicht weit davon befindet sich das Theater. Dort explodierte auf dem Parkplatz eine Autobombe, welche die Chellospielerin Irina Konchalevska umbringen sollte. Andere Drehorte sind auf Anhieb nicht so einfach zu entdecken. Für diesen Zweck gibt es in der Touristeninformationen einen Stadtplan, auf dem die wichtigsten Gebäude markiert wurden. So lässt sich dann beispielsweise auch die Mariagatan finden. Jene Straße, in der Kurt Wallander wohnte, bevor er ans Meer zog. Abseits vom Filmtourismus bietet Ystad eine gemütliche kleine Altstadt, mit zahlreichen liebevoll hergerichteten Häuschen, engen Gassen und Innenhöfen, in denen sich nicht selten Gastwirtschaften sowie interessante Ladengeschäfte verbergen.

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