Archiv für den Monat: Oktober 2015

Siegtreffer 3 Sekunden vor dem Ende

Zweikampfstark, Schnelligkeit vor allem im Antritt und technisch versiert, all das zeichnet derzeit die Weißen Tiger aus. Die Gegner werden oft schon in der eigenen Hälfte beim Spielaufbau attackiert, wodurch die Raubkatzen stets Gefahr ausstrahlen und nur selten Angriffe auf ihr eigenes Tor zulassen. Mit dem HC Kometa Brno war am Sonntag ein ebenbürtiger Kontrahent zu Gast in der Home Credit Arena. Fast wären die Gäste mit 0:1 in Führung gegangen, doch Torwart Marek Schwarz wehrte das Spielgerät gerade noch so ab. Einer seiner Mitspieler schnappte sich die Scheibe, gab diese blitzschnell nach vorn weiter und Lukáš Krenželok erzielte das 1:0. Im zweiten Durchgang erhöhte Michal Birner zum 2:0, welches die Kometen jedoch bis zur 45. Minute durch zwei Konter ausgleichen konnten. Das Spiel war derart packend, dass nicht wenige Zuschauer die Zeit vergassen. Noch stundenlang hätte man den beiden Mannschaften zuschauen können, wie sie den Kufensport regelrecht zelebrierten. Die Weißen Tiger und ihre Anhänger rissen die Arme nach oben. Jakub Valský hatte soeben zum 3:2 getroffen. Großes Staunen beim Blick auf die Uhr, denn das Tor fiel 3 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit. Die Weißen Tiger behaupten durch den Sieg den ersten Tabellenplatz.

Erlebnis beim Reifenhändler

Ohne am vergangenen Dienstag vom angekündigten Schneefall durch den Wetterbericht erfahren zu haben, nahm ich mir vor, mein Auto mit den entsprechenden Reifen für den Winter vorzubereiten. Aus Platzmangel, aber auch Gründen der Bequemlichkeit, sind diese bei einem lokalen Reifenhändler eingelagert. Eine Stunde sollte dafür sicher ausreichen, dachte ich mir und fuhr gegen halb 11 auf das Werkstattgelände.

Der Parkplatz war gerammelt voll. In sieben Fahrzeugen saßen die entsprechenden Halter und warteten, bis sie an der Reihe sein würden. Mindestens zehn weitere Autos waren bereits früh gebracht worden, um spätestens zum Feierabend wieder in Empfang genommen zu werden. Vor der Mittagspause von 12 bis 13 Uhr, wird das sicherlich nichts mehr, sagte mir die freundliche Chefin. Derweil wurde in der Werkstatt im Akkordtempo gearbeitet. Während ein Monteur die Sommerräder entfernte, holte ein anderer die jeweiligen Winterräder, gemeinsam schraubten sie diese an, die Sommerräder verschwanden in einer Art Spülmaschine und anschließend gewaschen im Lager. Inzwischen rollte bereits das nächste Fahrzeug in die Garage. Ich entschied ebenfalls Mittag zu essen und direkt danach wiederzukommen. 12:15 Uhr stand ich erneut auf dem Gelände. Der Parkplatz war nun sichtlich leerer und das große Rolltor wegen der Mittagspause geschlossen. Davor stand der Transporter eines lokalen Handwerkers, welcher wahrscheinlich zuerst an der Reihe sein würde. Neben mir hatte es sich ein Unternehmer aus dem Ort in seinem Fahrzeug gemütlich gemacht, telefonierte und erledigte Büroarbeiten. Kurz darauf erschienen weitere Personen mit ihren sommerbereiften Autos. Für einen Moment wurde es eng im Hof, denn gleich zwei Lieferanten gleichzeitig luden neue Räder ab. In ihrer verdienten Pause unterbrochen, starteten die Arbeiter früher als erwartet. Das Rolltor zur Werkstatt öffnete sich und sofort wurde eifrig an einem bereits aufgebockten PKW hantiert. Auch der Transporter vor dem Tor war an der Reihe. Es dauerte jedoch länger als üblich, da die alten Reifen erst von der Felge gelöst und neue aufgezogen werden mussten. Ich brachte inzwischen meinen Einlieferungsschein ins Büro, damit die Räder rangeschafft werden können. Zugleich wurde mir ein wärmender Tee angeboten. Ich hätte sogar drinnen warten können, doch trotz winterlicher Temperatur von drei Grad über Null entschied ich, weiter im Auto zu sitzen. Zu spannend war das Geschehen rundherum, von dem ich im Büro nicht allzu viel mitbekommen hätte. Plötzlich eine Schrecksekunde. Mir fiel ein, dass jedes Rad mit einer Sicherheitsschraube befestigt ist. Erleichterung wenig später, der entsprechende Schlüssel befindet sich im Kofferraum. Es dauerte noch dreißig Minuten, ehe ich an der Reihe war. Jetzt ging alles ganz schnell, Auto in die Werkstatt, angehoben, der Elektroschrauber surrte, alle Schrauben wurden gelöst, die Räder ausgetauscht sowie befestigt und noch einmal der Luftdruck geprüft. Die Szenerie erinnerte mich irgendwie an die Formel 1. 14 Uhr war es, als ich vom Werkstattgelände fuhr. Dort herrschten inzwischen ähnliche Zustände wie am Vormittag.

Entfernt

Eric Pickersgill saß in einem Café einer Familie gegenüber. Während der Vater und die beiden Kinder auf ihre Mobiltelefone starrten, schaute die Mutter aus dem Fenster, traurig und allein, trotz Gesellschaft ihrer Familie. Diese eigenartige Stimmung veranlasste Eric zu einem ganz besonderen Fotoprojekt. Er setzte Menschen an verschiedenen Orten in Szene, ließ sie auf ihr Mobiltelefon schauen und entfernte dieses vor dem Klick auf den Auslöser. Herausgekommen sind interessante aber auch bizarr wirkende Abbildungen unter dem Titel „Entfernt„.