Erlebnis beim Reifenhändler

Ohne am vergangenen Dienstag vom angekündigten Schneefall durch den Wetterbericht erfahren zu haben, nahm ich mir vor, mein Auto mit den entsprechenden Reifen für den Winter vorzubereiten. Aus Platzmangel, aber auch Gründen der Bequemlichkeit, sind diese bei einem lokalen Reifenhändler eingelagert. Eine Stunde sollte dafür sicher ausreichen, dachte ich mir und fuhr gegen halb 11 auf das Werkstattgelände.

Der Parkplatz war gerammelt voll. In sieben Fahrzeugen saßen die entsprechenden Halter und warteten, bis sie an der Reihe sein würden. Mindestens zehn weitere Autos waren bereits früh gebracht worden, um spätestens zum Feierabend wieder in Empfang genommen zu werden. Vor der Mittagspause von 12 bis 13 Uhr, wird das sicherlich nichts mehr, sagte mir die freundliche Chefin. Derweil wurde in der Werkstatt im Akkordtempo gearbeitet. Während ein Monteur die Sommerräder entfernte, holte ein anderer die jeweiligen Winterräder, gemeinsam schraubten sie diese an, die Sommerräder verschwanden in einer Art Spülmaschine und anschließend gewaschen im Lager. Inzwischen rollte bereits das nächste Fahrzeug in die Garage. Ich entschied ebenfalls Mittag zu essen und direkt danach wiederzukommen. 12:15 Uhr stand ich erneut auf dem Gelände. Der Parkplatz war nun sichtlich leerer und das große Rolltor wegen der Mittagspause geschlossen. Davor stand der Transporter eines lokalen Handwerkers, welcher wahrscheinlich zuerst an der Reihe sein würde. Neben mir hatte es sich ein Unternehmer aus dem Ort in seinem Fahrzeug gemütlich gemacht, telefonierte und erledigte Büroarbeiten. Kurz darauf erschienen weitere Personen mit ihren sommerbereiften Autos. Für einen Moment wurde es eng im Hof, denn gleich zwei Lieferanten gleichzeitig luden neue Räder ab. In ihrer verdienten Pause unterbrochen, starteten die Arbeiter früher als erwartet. Das Rolltor zur Werkstatt öffnete sich und sofort wurde eifrig an einem bereits aufgebockten PKW hantiert. Auch der Transporter vor dem Tor war an der Reihe. Es dauerte jedoch länger als üblich, da die alten Reifen erst von der Felge gelöst und neue aufgezogen werden mussten. Ich brachte inzwischen meinen Einlieferungsschein ins Büro, damit die Räder rangeschafft werden können. Zugleich wurde mir ein wärmender Tee angeboten. Ich hätte sogar drinnen warten können, doch trotz winterlicher Temperatur von drei Grad über Null entschied ich, weiter im Auto zu sitzen. Zu spannend war das Geschehen rundherum, von dem ich im Büro nicht allzu viel mitbekommen hätte. Plötzlich eine Schrecksekunde. Mir fiel ein, dass jedes Rad mit einer Sicherheitsschraube befestigt ist. Erleichterung wenig später, der entsprechende Schlüssel befindet sich im Kofferraum. Es dauerte noch dreißig Minuten, ehe ich an der Reihe war. Jetzt ging alles ganz schnell, Auto in die Werkstatt, angehoben, der Elektroschrauber surrte, alle Schrauben wurden gelöst, die Räder ausgetauscht sowie befestigt und noch einmal der Luftdruck geprüft. Die Szenerie erinnerte mich irgendwie an die Formel 1. 14 Uhr war es, als ich vom Werkstattgelände fuhr. Dort herrschten inzwischen ähnliche Zustände wie am Vormittag.

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