Richtige Tiger gehen nie vor dem Ende!

Sportfreunde kennen das Phänomen: Um den Parkplatz schneller verlassen zu können und nicht im Stau oder in überfüllten Nahverkehrmitteln stehen zu müssen, verlassen viele Zuschauer das Stadion bereits vor dem Ende. Ich persönlich finde dieses Verhalten aus den genannten Gründen respektlos gegenüber der Mannschaft, die bis zur letzten Sekunde alles gegeben hat, auch wenn das Ergebnis am Ende vielleicht einmal nicht wie gewünscht ausfällt.

Wer zu den Weißen Tigern nach Liberec kommt, dem empfehle ich dringend bis zum Ende zu bleiben. Sonst ergeht es euch wie dem Sportfreund im Video.

Liberec beendet Hauptrunde auf Platz 1

  • mit attraktiver Spielweise und hoher Einsatzbereitschaft begeistern ✓
  • Play-off Teilnahme erreichen ✓
  • Hauptrunde auf Platz 1 abschließen ✓
  • meiste Siege in einer Extraliga-Hauptrunde ✓
  • Punkterekord in einer Extraliga-Hauptrunde ✓

Einen ausführlichen Spielbericht zum Torfestival gegen Zlín findet ihr auf der deutschsprachigen Webseite der Weißen Tiger.

Langeweile und eine glanzvolle Minute

Es gibt Spiele, deren Endergebnis nicht den tatsächlichen Verlauf widerspiegelt. So auch die Partie zwischen Liberec und Pardubice. Der Gastgeber ging durch ein kurioses Eigentor in Führung, doch so richtig wusste anfangs keiner, ob es wirklich ein regulärer Treffer war. Die Spieler jubelten nur kurz, fuhren anschließend zur Bank und warteten auf die Videoanalyse. 1:0, das Tor galt. In den folgenden Minuten agierten beide Mannschaften auf dem selben Niveau. Pardubice glich vor der Pause aus und Liberec erzielte nach dem Seitenwechsel die erneute Führung. Ohnehin hatten die Weißen Tiger im zweiten Drittel ihre stärkste Phase. Wer das gewohnte Angriffsspiel der Hausherren im letzten Drittel erwartete, wurde enttäuscht. Einige Zuschauer saßen mit offenen Mündern auf der Tribüne. Nicht vor erstaunen, aufgrund des spektakulären Spiels, sondern eher weil sie die gähnende Langeweile nicht länger unterdrücken konnten. Es schien als spiele Liberec mit angezogener Handbremse und wolle sich nach den zuletzt anstrengenden Spielen eine kurze Auszeit gönnen. Daran änderte auch der erneute Ausgleich wenig. Ob es Verlängerung geben würde? Wer hätte bei einem möglichen Penalty die besseren Karten? Wie stand es eigentlich bei der parallel stattfindenden Partie vom Tabellennachbarn Sparta Prag? Die 57. Minute brach an, riss manch einen aus seinen Träumen und beendete die Gedankenspiele abrupt. Michal Bulíř sowie Michal Řepík stellten innerhalb weniger Sekunden den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf. Liberec hält Sparta mit sieben Punkten Vorsprung weiter auf Distanz, Pardubice zitterte derweil um den Klassenerhalt. Mir bleibt nichts anderes übrig, wie viel Glück zu wünschen, denn eine Extraliga ohne die Pfefferkuchenstadt wäre nur schwer vorstellbar.

Liberec unterliegt Sparta Prag

Sieben Tore, zahlreiche Faustkämpfe sowie ein engagiertes Auftreten beider Mannschaften. Es war das erwartete Spitzenspiel, zwischen dem Erst- und Zweitplazierten. Sparta agierte einen Tick cleverer, nutzte die wenigen Chancen eiskalt und ging somit nach sechzig Spielminuten als verdienter Sieger vom Eis. Ein Wermutstropfen ist die Verletzung von Schlussmann Ján Lašák. Genaue Details sind bis jetzt noch nicht bekannt. Geehrt wurde vor dem Spiel ein anderer Torwart. Legende Milan Hnilička trug viele Jahre den Tiger auf der Brust und gewann Weltmeisterschaften sowie Olympiamedaillen. Auch nach dem Ende seiner aktiven Karriere blieb er bei den Eissportfreunden von Liberec stets in guter Erinnerung. Sein Trikot mit der Nummer 33 hängt von nun an unter dem Hallendach. Das Eishockey auch für die Zuschauer gefährlich sein kann, wurde uns im letzten Drittel wieder einmal in Erinnerung gerufen. Der Puck traf eine Zuschauerin am Kopf, worauf diese medizinisch behandelt werden musste. Sportliche Erfolge gerieten in diesem Moment zur Nebensache. Ich wünsche auf diesem Weg gute Besserung.

Einen ausführlichen Spielbericht findet ihr auf der deutschsprachigen Webseite der Weißen Tiger.

Kapitän Jan Výtisk mit Helmkamera

Achterbahn der Gefühle in Děčín

Einer Achterbahn glich die Partie des BK ARMEX Děčín gegen SLUNETA Ústí nad Labem. Der Gastgeber warf Punkt um Punkt und führte nach sieben Minuten mit 18:7. Wäre es so weiter gegangen, hätten mir Gäste schon ein wenig Leid getan. Doch die fanden, angeführt von Pavel Bosák, der noch vor wenigen Wochen das Trikot des BK ARMEX trug, zurück ins Spiel. Nicht zuletzt durch viele ungenaue Pässe der Gastgeber im Angriff. Im Abschluss schien es, als würde Děčín möglichen Zweikämpfen aus dem Weg gehen, versuchte mit Würfen vor der Dreierlinie zum Erfolg zu kommen und scheiterte dabei jedesmal. SLUNETA spielte einfache Bälle, nutzte geschickt die Lücken in der heimischen Verteidigung und sammelte so zahlreiche Zähler zum 33:32 Pausenstand. Kurz nach Wiederanpfiff glichen die Gäste aus. Das Publikum traute seinen Augen nicht, als zwischenzeitlich ein 38:50 auf der Anzeigentafel leuchtete. Die Achterbahn der Gefühle hatte den Tiefpunkt erreicht und manch ein Zuschauer fand sich wohl schon mit der bevorstehenden Heimniederlage ab. Immerhin steckten dem BK ARMEX noch die Pokalspiele vom Wochenende in den Knochen, an denen Ústí nicht teilnahm. Unter großem Beifall besannen sich die Jungs um Cheftrainer Pavel Budínský auf ihre Fähigkeiten, spielten von nun an weniger komplizierte Pässe und drangen auch wieder bis unter den Korb des Gegners vor, um dort mühsam aber effektiv, zwei statt der noch zuvor anvisierten drei Punkte zu erbeuten. Die Strategie ging auf. 53:53 zeigten die LED-Ziffern, ehe der Heimsieg in Höhe von 78:67 gefeiert werden konnte.

Heimsieg trotz einiger Schwächephasen

Trotz einiger Schwächephasen setzte sich der BK ARMEX Děčín mit 78:69 gegen die Hauptstädter vom USK durch. Jeder wußte, das anfängliche 3:7 auf der Anzeigetafel würde bald ausgeglichen sein. Wenig später sahen die roten LED Zahlen schon vielversprechender aus. 15:7 war dort zu lesen. Dennoch holte der Gast aus Prag auf und erkämpfte bis zur ersten Pause ein 15:15. Im zweiten Durchgang zeigte das Team um Routinier Jakub Houška seine ganze Klasse. Offensive Rebounds und hohe Kampfbereitschaft führten zum 39:31 Pausenstand. Nach dem Seitenwechsel schlichen sich kleinere Fehler im Aufbauspiel der Gastgeber ein, zahlreiche Fouls taten ihr übriges. Das zwischenzeitliche 64:49 wurde innerhalb weniger Sekunden zum 64:57. Leichte Nervosität war nun unter den Spielern des BK ARMEX zu spüren, die kurz vor Schluss zwei Gästeangriffe abwehren konnten und somit den Heimsieg sicherten.