Langeweile und eine glanzvolle Minute

Es gibt Spiele, deren Endergebnis nicht den tatsächlichen Verlauf widerspiegelt. So auch die Partie zwischen Liberec und Pardubice. Der Gastgeber ging durch ein kurioses Eigentor in Führung, doch so richtig wusste anfangs keiner, ob es wirklich ein regulärer Treffer war. Die Spieler jubelten nur kurz, fuhren anschließend zur Bank und warteten auf die Videoanalyse. 1:0, das Tor galt. In den folgenden Minuten agierten beide Mannschaften auf dem selben Niveau. Pardubice glich vor der Pause aus und Liberec erzielte nach dem Seitenwechsel die erneute Führung. Ohnehin hatten die Weißen Tiger im zweiten Drittel ihre stärkste Phase. Wer das gewohnte Angriffsspiel der Hausherren im letzten Drittel erwartete, wurde enttäuscht. Einige Zuschauer saßen mit offenen Mündern auf der Tribüne. Nicht vor erstaunen, aufgrund des spektakulären Spiels, sondern eher weil sie die gähnende Langeweile nicht länger unterdrücken konnten. Es schien als spiele Liberec mit angezogener Handbremse und wolle sich nach den zuletzt anstrengenden Spielen eine kurze Auszeit gönnen. Daran änderte auch der erneute Ausgleich wenig. Ob es Verlängerung geben würde? Wer hätte bei einem möglichen Penalty die besseren Karten? Wie stand es eigentlich bei der parallel stattfindenden Partie vom Tabellennachbarn Sparta Prag? Die 57. Minute brach an, riss manch einen aus seinen Träumen und beendete die Gedankenspiele abrupt. Michal Bulíř sowie Michal Řepík stellten innerhalb weniger Sekunden den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf. Liberec hält Sparta mit sieben Punkten Vorsprung weiter auf Distanz, Pardubice zitterte derweil um den Klassenerhalt. Mir bleibt nichts anderes übrig, wie viel Glück zu wünschen, denn eine Extraliga ohne die Pfefferkuchenstadt wäre nur schwer vorstellbar.

Kommentare 2

  1. Dirk Rossmy 25. Februar 2016

    Naja, den Kommentar kann ich nur bedingt zustimmen. Zum einen hat Pardubice die neutrale Zone extrem gut verteidigt zum anderen kann ich nach den letzten 3 Jahren solche Stimmen nicht verstehen. Da war kaum solch ein Spiel dabei, bzw. hätte Liberec da verloren!

    • Jörg Stephan 25. Februar 2016

      Ich geb dir Recht, in den letzten Jahren ist Pardubice oft als Sieger vom Eis gegangen. Auch in dieser Partie wäre für die Gäste sicher ein Punkt drin gewesen. Trotzdem hatte ich das Gefühl, das Liberec vor allem im ersten und zu großen Teilen im letzten Drittel, nicht mehr wie nötig gemacht hat. Das mehr drin ist und sie jederzeit das Tempo anziehen können, war im zweiten Drittel zu erleben. Ich seh darin auch kein Problem. Wir stehen auf dem ersten Tabellenplatz und es gibt überhaupt keinen Grund sich in irgendeiner Form zu beschweren. Jeder von uns weiß, was die Mannschaft leisten kann, wenn es wirklich hart auf hart kommt.

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