Nervenaufreibend bis zur letzten Sekunde

3:3 stand es vier Minuten vor dem Ende des fünften Finalspiels zwischen den Weißen Tigern aus Liberec und dem HC Sparta Prag, als Michal Řepík das 4:3 erzielte. Der Jubel in der ausverkauften Home Credit Arena kannte keine Grenzen. Zuvor lief Liberec einem Rückstand hinterher, ging anschließend selbst in Führung und kassierte wenig später den Ausgleich. So kurz vor der Schlusssirene war der Heimsieg zum greifen nah. Es schien, als würden die Sekunden auf der Uhr nun langsamer runter laufen. Jetzt bloß keinen Fehler machen und die Gäste zu Torchancen einladen. Sparta nahm noch einmal eine Auszeit. Die Spieler erhielten letzte Anweisungen durch ihre Trainer und der Prager Torwart Tomáš Pöpperle verließ das Eis für einen zusätzlichen Angreifer. Bully auf Seiten der Gastgeber, welche daraus als Sieger hervor gingen und die Scheibe in einem hohen Bogen aus der Gefahrenzone beförderten. Anschließend fuhren alle nach vorn, mit dem Ziel, das Streitobjekt im leeren Tor der Hauptstädter unterzubringen. Dies gelang nicht. Stattdessen ein langer Pass auf Jaroslav Hlinka. Der stürmte mit dem schwarzen Gummi an seiner Kelle auf das Tor der Weißen Tiger zu. Verteidiger Tomáš Mojžíš folgte ihm, warf erst die Kelle und dann sich selbst vor die Schlittschuhe des Gegners. Keine Frage, für diese Aktion musste es Penalty geben. Laut Uhr wären noch zwei Sekunden zu spielen. Hätte der Torwart diesen Konter nicht ohne eine solche Kamikaze-Einlage abwehren können, oder wäre das Spiel womöglich schon vorbei gewesen, wenn der Puck über die Linie gleitet? Tausend Fragen und Bilder schießen in so einem Moment durch den Kopf. Gedanklich hatte ich die Spartaner schon jubeln gesehen. Soll ich beim Penalty die Augen zu machen? Ach nein, es würde ja doch nichts ändern. Enttäuschung wieder einmal Pech zu haben, Wut und Hoffnung, waren nun in der Arena zu spüren. Die Scheibe lag inzwischen auf dem Mittelpunkt. Jaroslav Hlinka lief an, fuhr leicht nach links, zog ab und traf die Kelle von Torwart Jan Lašák. Gehalten, Heimsieg! Alle Tiger lagen sich nun jubelnd in den Armen. Noch eine extra Runde vorbei an den strahlenden Gesichtern ihrer Anhänger, ehe das Team in der Kabine verschwand und sich jetzt auf die kommende Partie vorbereitet.

Einen ausführlichen Spielbericht findet ihr auf der deutschsprachigen Webseite der Weißen Tiger.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.