Vortrag über Island in Bautzen

Eine Delegation von Verwaltungsmitarbeitenden aus der Gemeinde Húnaþing vestra in Island besuchte vom 20. bis 22. April 2016 die Stadt Bautzen. Ziel war ein Erfahrungsaustausch auf der Verwaltungsebene. Im Rahmen des Besuches stellte Frau Guðný Hrund Karlsdóttir, die Bürgermeisterin der 1169-Einwohner-Gemeinde, ihre Region in einem öffentlichen Vortag im Gewandhaus der Stadt Bautzen vor.

Interessant fand ich unter anderem, dass die isländische Gemeinde trotz der geringen Einwohnerzahl eine Infrastruktur mit Kindergarten, Schule, Schwimmbad, Sporthalle und vielen anderen wichtigen Einrichtungen unterhält. Dabei gehen 46% aller Ausgaben von Húnaþing vestra in den Erziehungs- sowie Bildungssektor. Das in Island eine Schwimmprüfung abgelegt werden muss, um eine Zulassung zur Schulabschlussprüfung zu erhalten, hat mich ebenso verblüfft, wie die Tatsache, dass viele Isländer ihre Hofeinfahrt, dank geothermischer Energie, mit einer Fußbodenheizung eisfrei halten und so im Winter nicht Schneeschippen müssen. Als zukünftige Projekte nannte Frau Guðný Hrund Karlsdóttir die Anbindung abgelegener Häuser an das Glasfaserkabelnetz, um allen Menschen einen schnellen Zugang zum Internet zu ermöglichen. Das soll unter anderem die Ansiedlung von gut ausgebildeteten Fachkräften auf dem Land erleichtern. Inzwischen sei wegen hoher Mieten in der Hauptstadt Reykjavik, sowie freien Arbeitsstellen in ländlichen Regionen, ein positiver Trend in der Einwohnerentwicklung zu erkennen. Es wurde deutlich, dass Húnaþing vestra zum Teil mit ganz ähnlichen demografischen Problemen wie Bautzen und seine umliegenden Gemeinden zu kämpfen hat. Insofern war der Erfahrungsaustausch auf Verwaltungsebene sicherlich für alle Seiten aufschlussreich.

Anschließend lud Oberbürgermeister Alexander Ahrens die Besucher in das Rathaus ein und zeigte die schönsten Punkte von Bautzen. Auf dem Programm der Delegation stand ebenfalls ein Besuch des Archivverbundes Bautzen, ein Treffen mit der Baubürgermeisterin sowie der Kämmerei. Außerdem interessierten sich die Gäste für den Tourismus und sprachen mit den zuständigen Fachkräften. Aber auch die Gedenkstätte Bautzen und das Steinhaus Bautzen waren Teil des Programms.

Textquelle: Teilweise aus einer Pressemitteilung der Stadt Bautzen

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