Womit ich beim Sport fotografiere

Canon EOS 5D Mark II mit dem 70-200mm f/2,8 L USM Objektiv

Womit fotografierst du beim Sport? Diese Frage bekomme ich sehr oft gestellt und will euch daher einen kleinen Einblick geben.

Seit einigen Jahren kommt bei mir die Canon EOS 5D Mark II zum Einsatz. Zu unzähligen Veranstaltungen hat mich diese Kamera begleitet und ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals von ihr im Stich gelassen worden wäre. Ok, einmal vergaß ich daheim den Akku, aber das war ja eher mein Verschulden. Die Canon EOS 5D Mark II zählt zu den Vollformatkameras. Der Unterschied zu APS-C Kameras ist der größere Bildsensor, auf dem die einzelnen Bildpunkte, auch Pixel genannt, mehr Platz haben, das einfallende Licht aufzunehmen. Dieser Umstand wirkt sich vor allem im Rauschverhalten positiv aus. Das gibt mir bei der Fotonachbearbeitung die Möglichkeit, Motive ohne größere Qualitätsverluste zu beschneiden. Die 22 Megapixel sind dabei natürlich äußerst hilfreich. Ein weiteres Merkmal vom Vollformatsensor ist die geringere Tiefenschärfe. Dadurch ist es leichter, einen bestimmten Punkt im Bild scharf und alle anderen Bereiche unscharf werden zu lassen. An der Kamera verwendete Objektive, bilden in normaler Brennweite ab, wogegen APS-C Kameras, wegen des kleineren Sensors, einen geringeren Teil vom anvisierten Motiv wiedergeben können. In diesem Zusammenhang sprechen Fotografen vom sogenannten Cropfaktor. Dieser errechnet sich aus der Bilddiagonale und beträgt bei Canon 1,6. Das heißt, ein 35mm Objektiv am APS-C Sensor, wirkt wie ein 50mm Objektiv am Vollformat.

Unterschied zwischen einer Vollformatkamera und einer APS-C Kamera.

Unterschied zwischen einer Vollformatkamera und einer APS-C Kamera.

Als Nachteil in der Sportfotografie empfinde ich die beschriebene geringere Tiefenschärfe der Vollformatkamera. Folglich ist es schwieriger, auf einen bestimmten Punkt im anvisierten Motiv scharf zu stellen. Aus diesem Grund nutze ich an meinem 70-200mm f/2,8 L USM Objektiv nur selten die niedrigste Blendenzahl von f/2,8, sondern meistens f/3,2. Zwar spielen bei der Tiefenschärfe ebenso Brennweite und Entfernung eine Rolle, doch weitestgehend lässt sich schon sagen, dass mit höherer Blendenzahl, mehr Bereiche im Bild scharf sein werden. Natürlich könnte ich die Blendenzahl noch weiter nach oben schrauben, doch müsste ich dann ebenfalls die Auslösezeit verlängern, was möglicherweise zu Bewegungsunschärfe führt, oder den ISO-Wert erhöhen, wodurch wiederum Bildrauschen entsteht. Letztendlich sind alle Einstellungen immer ein Kompromiss.

Ein weiteres Manko speziell an der Canon EOS 5D Mark II, ist der für meinen Geschmack verhältnismäßig langsame Autofokus. Ich bin daran gewöhnt, doch gibt es inzwischen Kameras, die deutlich schneller scharf stellen. Aus diesem Grund habe ich in der Sportfotografie fast ausschließlich den mittleren Fokuspunkt aktiv. Somit braucht die Kamera wenigstens beim Auswählen der Fokuspunkte nicht lange überlegen und stellt einen Tick schneller als im Automatikmodus scharf.

Hilfreich ist in diesem Zusammenhang natürlich auch das Objektiv, welches unbedingt einen schnellen Autofokusmotor haben sollte, sofern ihr dieses beim Sport einsetzen wollt. Empfehlenswert bei Canon sind Objektive mit Ring-Ultraschallmotor wie das 70-200mm f/2,8 L USM. Selbiges gibt es auch mit maximal offener Blende 4,0 statt 2,8, doch müsst ihr bedenken, dass Blende 4,0 in schlecht beleuchteten Turnhallen oft nicht ausreicht, was wiederum schnell zum genannten Kompromiss zwischen Auslösezeit und ISO führt. Blende 4,0 oder höher nutze ich zu Sportveranstaltungen fast ausschließlich in Verbindung mit dem 17-40mm f/4,0 L USM Weitwinkelobjektiv. Mit diesem Objektiv möchte ich einen möglichst großen Bildausschnitt scharf stellen, weshalb sich der höhere Blendenwert anbietet.

Canon EOS 5D Mark II mit dem 17-40mm f/4,0 L USM Weitwinkelobjektiv

Canon EOS 5D Mark II mit dem 17-40mm f/4,0 L USM Weitwinkelobjektiv

Um von einer Spielszene mehrere Aufnahmen zu haben und mir somit bei der Nachbearbeitung des aussagekräftigste Foto aussuchen zu können, fotografiere ich im Serienbildmodus. Die Kamera schafft 3,9 Bilder pro Sekunde. Das klingt erstmal recht wenig, jedoch müssen die Bilder auch auf die Speicherkarte geschrieben werden. Sind die Speicherkarten zu langsam, löst die Kamera irgendwann nicht mehr aus und ihr dürft warten, bis alle Fotos gespeichert wurden. Ich nutze CF-Karten mit mindestens 90 MB pro Sekunde. Allerdings ist mit diesem, auf der Kartenverpackung angegebenen Wert, meistens die Lesegeschwindigkeit gemeint. Die Schreibgeschwindigkeit liegt darunter, oft bis zu einem Drittel weniger.

Bisher noch nie aktiviert, hatte ich die Videofunktion, weshalb ich dazu keine Meinung abgeben kann. Ich hätte zwar schon Lust, hin und wieder einen kurzen Film aufzunehmen, doch leider befinden sich durch das Wechseln der Objektive immer kleine Staubkörnchen auf dem Sensor, die sich bei Fotos wegretuschieren lassen, jedoch nicht in einem Video.

Die Canon EOS 5D Mark II mit dem 70-200mm f/2,8 L USM Objektiv liegt wegen ihrer Größe recht gut in der Hand. Allerdings wiegt diese Kombination 2.300 Gramm, wodurch es doch recht anstrengend ist, den ganzen Tag damit unterwegs zu sein. Aus diesem Grund verwende ich beim Fußball oft ein Einbeinstativ, dass am Objektiv befestigt wird.

Ein Wort zu den Akkus. Aus Gewichtsgründen habe ich keinen Batteriegriff an der Kamera angebracht, sondern mindestens einen Ersatzakku in der Tasche .. meistens. Bei der Anschaffung rate ich immer zu dem Original von Canon. Es gibt zwar auch billigere von anderen Herstellern, jedoch musste ich die Erfahrung machen, dass diese oft sehr unzuverlässig sind und bei weitem nicht so lange halten.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Canon EOS 5D Mark II mit dem 70-200mm f/2,8 L USM Objektiv eine sehr robuste, zuverlässige Kombination ist. Trotz einiger Jahre auf dem Buckel, sind Kamera und Objektiv bestens dafür geeignet, eine Sportveranstaltung umfassend zu dokumentieren.

Wenn ihr noch Fragen habt, stellt diese einfach im Kommentarbereich.

Kommentare 4

  1. Pingback: Sportfotografie mit der Fujifilm X-T1 – pixilla

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